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Pathologie
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Die Pathologie (von altgriechisch ĎÎŹÎ¸ÎżĎ pĂĄthos, deutsch âKrankheit, Leidenâ, und ÎťĎÎłÎżĎ lĂłgos, deutsch âLehreâ, also âLehre von den Leidenâ) ist die Lehre von den abnormalen und krankhaften Vorgängen und Zuständen im KĂśrper und deren Ursachen.cite-ref-1[1] Gegenstand der Erforschung sind sowohl Einzelphänomene (Symptome) als auch Symptomverbände (Syndrome) sowie Missbildungen aller Art. Die Pathologie untersucht die Herkunft (Ătiologie), die Entstehungsweise (Pathogenese), die Verlaufsform und die Auswirkungen von Krankheiten einschlieĂlich der jeweiligen Vorgänge im KĂśrper (Funktionelle Pathologie bzw. Pathophysiologie). Die Wissenschaft vom Normalzustand ist die Orthologie. Eine Einrichtung zum Betreiben von Pathologie wird als Pathologisches Institutcite-ref-2[2] bezeichnet.
Die pathologische Diagnostik, also die Tätigkeit des Pathologen (Facharzt fĂźr Pathologie), beruht in erster Linie auf der Beurteilung von Geweben anhand ihrer makroskopischen (pathologische Anatomie) und lichtmikroskopischen Aspekte (Histopathologie, Zytologie). Zunehmend werden biochemische und molekularbiologische Methoden eingesetzt, in der Forschung die Elektronenmikroskopie. Pathologen fĂźhren auch klinische Obduktionen durch. Die Untersuchung von Geweben lebender Patienten (Biopsie) Ăźberwiegt jedoch bei weitem. Gelegentlich wird fĂźr diese âPathologie am Lebendenâ die Bezeichnung Klinische Pathologiecite-ref-3[3] verwendet.cite-ref-4[4]
Contents
⢠Zum Begriff
⢠Geschichte
⢠Obduktion
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Zum Begriff
Die altgriechische Bezeichnung ĎιθοΝογίι pathologia lässt sich herleiten von den WĂśrtern ĎÎŹÎ¸ÎżĎ pĂĄthos âKrankheit, Leiden, Leidenschaftâ und ÎťĎÎłÎżĎ lĂłgos âWort, Sinn, Vernunft, Lehreâ. Das latinisierte Substantiv pathologia als âdie Lehre vom Leidenâ oder âKrankheitslehreâ ist jedoch erst seit dem 16. Jahrhundert belegt, entstand aus griechisch pathologikè tĂŠchne âKenntnis Ăźber Krankheitâ und geht auf den Ausdruck pathologikĂłs bei Galenos zurĂźck, der damit eine âPerson, die kundig im wissenschaftlichen Umgang mit Krankheit istâ bezeichnet hatte.cite-ref-5[5] Das Adjektiv pathologisch bedeutet âkrankhaftâ. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Allgemeine Pathologie oder franzĂśsisch pathologie gĂŠnĂŠrale die âallgemeine Naturlehre der Krankheitenâ, also so etwas wie Krankheitserklärung plus Nosologie.cite-ref-6[6] Zudem besteht die Fachrichtung Vergleichende Pathologie (franzĂśsisch pathologie comparative).cite-ref-7[7]
Mit der Anatomie haben Begriffe wie Psychopathologie, Pathologisches Spielen, Pathologische Wissenschaft und Pathologisches Beispiel nichts zu tun.
Geschichte
In ihrer heutigen Form geht die Pathologie, als Wort bereits von Jean Fernel populär gemacht worden war, auf den italienischen Forscher Giovanni Battista Morgagni (1682â1771) zurĂźck, der mit seinem fĂźnfbändigen Werk De sedibus et causis morborum âVom Sitz und den Ursachen der Krankheitenâ im Jahr 1761 den Grundstein fĂźr die wissenschaftlichen Forschungen legte, wobei er der Grundlage zahlreicher klinischer Fälle und Obduktionsbefunden den anatomischen Sitzcite-ref-8[8] von Krankheiten betonte, und insbesondere als BegrĂźnder der Pathologischen Anatomie gilt.
Bereits im Altertum wurden in Ăgypten und Griechenland LeichenĂśffnungen durchgefĂźhrt, die aber mehr der anatomischen Bildung dienten. Im 16. Jahrhundert gab es Bestrebungen, durch Erforschung der Todesursache bei der LeichenĂśffnung die Kenntnis von den Krankheitsprozessen zu vertiefen, etwa bei Volcher Coiter und Jean Fernel.cite-ref-9[9] Erst mit Ende des 18. Jahrhunderts wurden auf Grund des weiter zunehmenden Verständnisses fĂźr die Bedeutung der Leichenschau erste Fachvertreter, die eigens fĂźr die Sektionen verantwortlich waren, bestellt. Der erste sogenannte Prosektor (von lateinisch prosecare âvorschneidenâ) begann 1796 am Wiener Allgemeinen Krankenhaus seine Arbeit. Lange Zeit maĂgeblich als Lehrbuch der Pathologie waren die von Hieronymus David Gaub 1758 in Leiden verĂśffentlichten Institutiones pathologiae medicinalis.cite-ref-10[10] Der erste Lehrstuhl fĂźr Pathologie wurde 1819 in StraĂburg eingerichtet (Jean-FrĂŠdĂŠric Lobstein, 1777â1835). Als PrĂźfungsfach wurde Pathologie im Jahr 1844 in Wien eingefĂźhrt.
Die den theoretischen Konzepten seiner Zeit entgegenstehende auf empirischen Methoden beruhende Analytische Pathologie begrĂźndete um 1840 der italienische Arzt Maurizio Bufalini (1787â1885).cite-ref-11[11]
Als ein eigenständiges Lehrfach an deutschen Universitäten hatte sich die Pathologische Anatomie, zu deren Wegbereitern am Ende des 15. Jahrhunderts beispielsweise der italienische Anatom und Pathologe Antonio Benivienicite-ref-12[12] gehĂśrte, zwischen 1845 und 1876cite-ref-13[13] etabliert. Das erste amerikanische Werk fĂźr dieses Fachgebiet wurde von dem Anatomen William Edmonds Horner 1829cite-ref-14[14] verĂśffentlicht.cite-ref-15[15] Ab 1858 machte Rudolf Virchow, fĂźr den in Berlin 1856 das von ihm geleitete erste pathologische Institut Deutschlandscite-ref-16[16] errichtet worden war, die von ihm in WĂźrzburg entwickelte Zellularpathologie bekannt, die nun auf der Ebene von KĂśrperzellen pathologische Veränderungen untersuchte. Diese ist ein Hauptbestandteil des heute gĂźltigen Krankheitskonzepts. Virchow gilt als âInitiator der modernen Pathologie im deutschsprachigen Raumâ.cite-ref-17[17] Durch den Einfluss von Virchows Werken verdrängte im deutschen Sprachraum der Begriff Pathologie die Teilgebietsbezeichnung âPathologische Anatomieâ.cite-ref-18[18] Ebenfalls im 19. Jahrhundert setzte die historische Erforschung von Entwicklung und Grundlagen der Pathologie ein.cite-ref-19[19] In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Pathogenese neben der Ătiologe grundlegendes Einteilungsprinzip der im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts noch hauptsächlich morphologisch ausgerichteten Pathologie. Die franzĂśsischen Pathologen wie Pierre Charles Alexandre Louis, Jules Gavarret und Gabriel Andral setzten auf einen statistisch vergleichenden Standpunkt.cite-ref-20[20]
Allgemeine und Spezielle Pathologie
FĂźr den akademischen Unterricht (âPathologie erklärt Krankheitenâ) unterscheidet man die Allgemeine Pathologie von der Speziellen Pathologie:
⢠Die Allgemeine Pathologie entspricht einer allgemeinen Krankheitslehre, die Ăźber die Ătiologie (Medizin), die kausale (warum?) und formale (wie?) Pathogenese sowie Ăźber den Krankheitsbegriff (Was ist Krankheit?) Auskunft gibt.
⢠Anpassungsreaktionen (Adaptation)
⢠Nekrose
⢠Allgemeine KreislaufstÜrungen
⢠Entzßndung, akute und chronische
⢠Immunpathologie (Allergie, Transplantation)
⢠Tumoren
⢠Die Spezielle Pathologie beschreibt die speziellen Krankheiten der Organe anhand makroskopischer, mikroskopischer, elektronenmikroskopischer, immunhistologischer und molekularpathologischer Befunde. In der Zusammenschau mit den zugehÜrigen klinischen Befunden ergibt sich so fßr den einzelnen Krankheitsfall die fßr die weitere Behandlung eines Patienten erforderliche klinisch-pathologische Diagnose.
⢠Atherosklerose
⢠Herzinfarkt
⢠Andere Herzkrankheiten
⢠Verdauungstrakt und Leber
⢠Gallenwege und Bauchspeicheldrßse
⢠Nierenkrankheiten
⢠Männliche und weibliche Geschlechtsorgane
⢠Erkrankungen der Weiblichen Brust
⢠Erkrankungen des Zentralnervensystems
Aufgaben des Pathologen
Untersuchung von Gewebs- und Zellproben
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Hauptartikel
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Biopsie
Nach operativer Entfernung eines Organs oder Entnahme eines kleinen GewebsstĂźckes bzw. von Zellproben (Zytodiagnostik) durch einen Arzt, wird das entsprechende Gewebe vom Pathologen untersucht. Kleine Biopsien werden direkt zu Schnittpräparaten weiterverarbeitet, welche unter dem Mikroskop betrachtet werden. GroĂe Präparate werden zunächst präpariert und mit dem bloĂen Auge (makroskopisch) beurteilt. Auffällige Bestandteile mit mĂśglichen krankhaften Veränderungen werden aus dem Präparat herausgeschnitten (sog. âZuschnittâ) und wiederum vom Labor zu Schnittpräparaten verarbeitet. Eine Sonderform des Zuschnitts ist der Schnellschnitt. Hier werden intraoperativ (während einer Operation, in der der Patient noch in Narkose liegt) Gefrierschnitte von Gewebe angefertigt, z. B. ein Resektionsrand bei einer Tumoroperation. Da Gefrierschnitte generell eine schlechtere Qualität besitzen und häufig keine weiterfĂźhrenden Untersuchungen ermĂśglichen, werden standardmäĂig auĂerhalb von Schnellschnitt-Situationen Paraffinschnitte mit HE-Färbung angefertigt.
Mit Hilfe des Mikroskops gibt der Pathologe Auskunft Ăźber die Art einer Erkrankung und ihren Schweregrad. Er stellt somit Diagnosen, die durch eine alleinige klinische oder radiologische Untersuchung nicht gestellt werden kĂśnnen. Insbesondere im Fall eines Tumors und der Frage nach der Gut- oder BĂśsartigkeit ist ein Pathologe gefragt. Er begutachtet den Typ, die GrĂśĂe, die Ausdehnung, die BĂśsartigkeit eines Tumors und prĂźft, ob er bei der Operation im Gesunden entfernt wurde. Er liefert dem klinischen Arzt somit viele wichtige Prognosefaktoren (z. B. TNM-Klassifikation), die zur richtigen Behandlung des Patienten unverzichtbar sind. Neben der histologischen Beurteilung werden in der modernen Pathologie auch hochspezialisierte Verfahren wie die Immunhistochemie oder die Molekularpathologie (z. B. Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung, PCR) eingesetzt. Damit kĂśnnen Informationen Ăźber einen Tumor auf molekularer Ebene gewonnen werden, die fĂźr eine bestimmte Therapieform entscheidend sind (z. B. Hormonrezeptoren beim Brustkrebs als Grundlage zur Behandlung mit Tamoxifen).
Obduktion
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Hauptartikel
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Obduktion
Eine weitere Aufgabe des Pathologen besteht in der DurchfĂźhrung von Obduktionen, weshalb die Pathologie häufig mit der Rechtsmedizin verwechselt wird. Eine Obduktion durch den Pathologen wird vorgenommen, wenn ein Patient eines natĂźrlichen Todes gestorben ist (z. B. nach einem Herzinfarkt) und seine AngehĂśrigen mit der Obduktion einverstanden sind. Dabei dient diese sogenannte klinische Obduktion der Klärung der Todesursache und der vorbestehenden Erkrankungen. Sie gibt dem behandelnden Arzt eine RĂźckmeldung Ăźber die Richtigkeit seiner Diagnosen und seiner Behandlung. Häufig kann eine solche Klärung der Todesursache fĂźr die AngehĂśrigen entlastend sein und sie von SelbstvorwĂźrfen befreien (z. B. nach dem plĂśtzlichen Einsetzen eines tĂśdlichen Krankheitsverlaufes). Auch kann eine Obduktion Hinweise auf familiäre Risikofaktoren geben (z. B. Krebsarten oder erbliche Erkrankungen). Die Rechtsmedizin hingegen beschäftigt sich unter anderem mit der Klärung unnatĂźrlicher Todesursachen (z. B. Mord oder Unfall). Sowohl Pathologen als auch Rechtsmediziner stĂśren sich daran, wenn in Fernsehkrimis und im allgemeinen Sprachgebrauch stets nur von âPathologenâ bzw. âPathologieâ die Rede ist, es sich aber im Allgemeinen um einen Rechtsmediziner handelt. Der geläufige Irrtum erklärt sich aus einer FehlĂźbersetzung (âFalscher Freundâ): Im amerikanischen Sprachgebrauch entspricht der Rechtsmediziner dem forensic pathologist.
Obwohl die meisten Laien bei der Pathologie an Obduktionen denken, dient die Arbeit des Pathologen heutzutage in erster Linie dem lebenden Patienten. Durch seine histologischen Untersuchungen leistet er einen wichtigen Beitrag zur richtigen Behandlung. In der modernen Pathologie stehen wenige Obduktionen (je nach Institut zwischen 0 und 200 pro Jahr) zehntausenden Biopsien von lebenden Patienten entgegen.
Qualitätssicherung
Die Pathologie ist weiterhin eines der wichtigsten Instrumente der Qualitätssicherung in der Medizin. Um den medizinischen Standard zu halten und zu verbessern, wird oft eine kollegiale Konfrontation des klinisch tätigen Arztes mit der kontrollierenden Diagnostik des Pathologen gefordert, nicht nur während des Lebens des Patienten, sondern auch nach dessen Tod. Die entsprechende Veranstaltung hat als âklinisch-pathologische Konferenzâ einen festen Platz nicht nur im klinischen Praxisalltag, wo oft wĂśchentliche Treffen stattfinden, auf denen Pathologen ihre Befunde mit den am Patientenbett tätigen Ărzten gemeinsam besprechen. Als âTeamplayerâ ist der Pathologe insbesondere auch an interdisziplinären Tumorkonferenzen beteiligt, wo zusammen mit Radiologen, Onkologen und weiteren Fachrichtungen die Weichen fĂźr die individuell abgestimmte Therapie des Patienten gestellt werden.
Lehre und Forschung
Insbesondere an Universitätskliniken sind Pathologen auch in die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses sowie in die Forschung, etwa auf dem Gebiet der experimentellen Histopathologie,cite-ref-21[21] eingebunden.
Teilgebiete der diagnostischen Pathologie
Die Tätigkeit des Pathologen gliedert sich in verschiedenen Arbeitsbereiche.
⢠Pathologische Anatomie (Makroskopie): Die Untersuchung von krankhaften Veränderungen des KĂśrpers mit bloĂem Auge, zum Beispiel im Rahmen der Obduktion oder beim Zuschnitt, d. h. bei der Präparation von Operationspräparaten. Hierbei lassen sich wie bei der kĂśrperlichen Untersuchung des Lebenden bereits viele RĂźckschlĂźsse auf das Krankheitsgeschehen ziehen. Die pathologische Anatomie als âgenaue Beobachtung krankhafter Veränderungen an den Organen und systematische Suche nach den Ursachen und Folgen der jeweiligen Erkrankung am anatomischen Substratâcite-ref-22[22] hatte, nachdem Andreas Vesalius im 16. Jahrhundert bereits den Grundsteincite-ref-23[23] gelegt hatte, am Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhundertscite-ref-24[24] (etwa mit Giovanni Battista Morgagni und später John Huntercite-ref-25[25]) einen gewaltigen Aufschwung erlebt, hatte ihren HĂśhepunkt im medizinischen Denken unter Rudolf Virchowcite-ref-26[26] und bildet den Ursprung der heutigen Wissenschaft.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28] Erster Ordinarius fĂźr pathologische Anatomie wurde Adam Bernhard Mohr 1845 an der Universität WĂźrzburg, deren und Deutschlands erster Privatdozent fĂźr das Fach 1817 der spätere Kliniker Johann Lukas SchĂśnlein war.cite-ref-29[29]
⢠Histopathologie: Die Untersuchung von Gewebe am Lichtmikroskop ist die wesentliche Tätigkeit des Pathologen und vielfach der âGoldstandardâ zur Diagnosestellung, insbesondere von Tumorerkrankungen. Dazu werden vom zu untersuchenden Gewebe nach Fixation in Formalin und Einbettung in Paraffin dĂźnne Schnittpräparate angefertigt, gefärbt und meist bei 10- bis 400-facher VergrĂśĂerung beurteilt. Als Standardfärbung hat sich hierbei die HE-Färbung etabliert, die zur Diagnosestellung vielfach ausreicht. Zusätzlich gibt es viele Sonderfärbungen (Histochemie), die besondere Gewebseigenschaften hervorheben, z. B.:
⢠Masson-Goldner â Bindegewebe grĂźn
⢠Elastica-van-Gieson (EvG) â Bindegewebe rot und elastische Fasern violett
⢠PAS â Kohlenhydrate/Glykoproteine rot, darunter Glykogen, Muzine, Pilze, pflanzliches Material, Basalmembran
⢠Polarisation: Mittels Polarisationsfilter kÜnnen mikroskopisch verschiedene Stoffe zum Leuchten gebracht werden, z. B. Kollagen, Amyloid (nach Kongorot-Färbung), Fremdmaterial oder Harnsäurekristalle (Nativpräparat).
⢠Schnellschnittdiagnostik: Das Gewebe wird direkt eingefroren, geschnitten und HE-gefärbt, um z. B. eine schnelle vorläufige Aussage während einer Operation zu treffen. Nachteil ist der hÜhere Arbeitsaufwand pro Fall und die geringere Treffsicherheit aufgrund von Gefrierartefakten und reiner HE-Diagnostik.
⢠Zytopathologie: Untersuchung von Einzelzellen (Zytodiagnostik), anstelle von Gewebsproben. Das bekannteste zytologische Verfahren ist der sogenannte PAP-Abstrich vom Muttermund zur Frßherkennung des Gebärmutterhalskrebses. Weiterhin kÜnnen KÜrperflßssigkeiten wie Urin, Ergßsse oder Bronchialsekrete untersucht werden. Zytologische Untersuchungen sind schnell, kostengßnstig und weniger invasiv als Biopsien durchzufßhren, aber auch nicht immer besonders aussagekräftig. Sie eignen sich als Suchtest (Screening), kÜnnen die Biopsie zur definitiven Abklärung in der Regel jedoch nicht ersetzen.
⢠Immunhistochemie und Immunzytologie: Mit Farbstoff-markierten AntikĂśrpern kĂśnnen spezifische EiweiĂstrukturen (wie z. B. DNA-Reparaturproteine, Zytoskelettproteine oder Rezeptoren) der zu untersuchenden Zellen sichtbar gemacht werden. Diese Technik hat insbesondere die Tumordiagnostik revolutioniert. Tumoren kĂśnnen damit z. B. hinsichtlich ihrer Artdiagnose genauer typisiert werden (z. B. Lymphome), Metastasen kĂśnnen ihrem Ursprung besser zugeordnet werden und es lassen sich Prognose- und Therapierelevante Marker bestimmen, wie z. B. beim Brustkrebs die Wachstumsrate (Mib1/Ki67), der Ăstrogenrezeptor, der Progesteronrezeptor und HER2/neu.
⢠Die Elektronenmikroskopie spielt eine untergeordnete Rolle. Sie kommt bei bestimmten Fragestellungen zum Einsatz, wie z. B. Zilienerkrankungen (Kartagener-Syndrom) oder bestimmte Nierenerkrankungen (Glomerulonephritis).
⢠molekularpathologieMolekularpathologie: Der jßngste Zweig der Pathologie untersucht Veränderungen auf genetischer bzw. DNA- oder RNA-Ebene z. B. mittels in-situ-Hybridisierung (ISH), PCR, Sequenzierung usw. Hiermit kÜnnen z. B. Tumor-spezifische Mutationen nachgewiesen werden wie z. B. die SYT-SSX-Translokation beim Synovialsarkom, die MDM2- und CDK4-Amplifikation beim Liposarkom und die ESW-FLI1-Translokation beim Ewing-Sarkom. Oder es kÜnnen therapierelevante Mutationen untersucht werden wie z. B. im BRAF-Gen beim malignen Melanom oder im EGFR-Gen beim Lungenkrebs.
Ausbildung zum Facharzt fĂźr Pathologie (Humanmedizin)
Die Ausbildung zum Pathologen oder Neuropathologen setzt die Approbation als Arzt und damit ein erfolgreich abgeschlossenes mindestens 6-jähriges Studium der Humanmedizin voraus. Darauf aufbauend folgt eine mindestens 6-jährige Weiterbildung zum Facharzt, an deren Ende die Facharztprßfung steht.
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Hauptartikel
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Facharzt fĂźr Pathologie
Siehe auch
Literatur
⢠Claus-Peter Adler: Spezielle Pathologie. 1976, Allgemeine Pathologie. 1981, Histopathologie. 1981.
⢠Axel W. Bauer: Pathologie. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1112 f.
⢠W. BÜcker, Helmut Denk, Philipp Ulrich Heitz: Pathologie. Mit 164 Tabellen. Elsevier, Urban und Fischer, Mßnchen/Jena 2004, ISBN 3-437-42381-9.
⢠Alfred BÜcking: Mit Zellen statt Skalpellen. Wie sich Krebs frßh und ohne Operation erkennen lässt. Lehmann, Berlin 2006, ISBN 3-86541-177-0.
⢠Reinhard Bßttner, Carlos Thomas (Hrsg.): Allgemeine Pathologie; Spezielle Pathologie. 2. Auflage. Schattauer, Stuttgart 2001, ISBN 3-7945-2130-7.
⢠Jean Cruveilhier: Anatomie pathologique du corps humain. Paris 1828â1842 (200 planches gravĂŠes par Antoine Chazal (1793â1854) dâaprès ses dessins).
⢠Georg Dhom: Geschichte der Histopathologie. Springer, Berlin/Heideberg/New York 2001, ISBN 3-540-67490-X.
⢠Werner Hueck: Morphologische Pathologie. Eine Darstellung morphologischer Grundlagen der allgemeinen und speziellen Pathologie. Leipzig 1937; 2. Aufl. ebenda 1948.
⢠Eduard Kaufmann: Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie fĂźr Studierende und Ărzte. 2 Bände. 9.â10., vĂśllig neubearbeitete und stark vermehrte Auflage. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1931â1941.
⢠Vinay Kumar, Abul K. Abbas, Nelson Fausto: Robbins & Cotran Pathologic Basis of Disease. 7. Auflage. Elsevier, Philadelphia 2004, ISBN 0-7216-0187-1 (englisch).
⢠Horst Nizze: Pathologie und Pathologen in der Belletristik. Eine Nachlese. In: Der Pathologe. Band 29, Nr. 6, 2008, S. 455â461, doi:10.1007/s00292-008-1074-3.
⢠Martin J. Oberholzer: Pathologie verstehen. Molekulare Grundlagen der allgemeinen Pathologie. Thieme, Stuttgart 2001, ISBN 3-13-129041-2.
⢠Cay-RĂźdiger PrĂźll: Medizin am Toten oder am Lebenden? Pathologie in Berlin und in London 1900â1945. Schwabe, Basel 2004 (Zitat aus einer Rezension: â[âŚ] ein entscheidender Beitrag zur Rolle der Pathologie im gesellschaftlichen Raumâ).
⢠Wolfgang Remmele, Gßnter KlÜppel (Hrsg.): Pathologie. Springer, Berlin/Heidelberg, DNB 550957383.
⢠Ursus-Nikolaus Riede, Claus-Peter Adler, Hans-Eckart Schaefer: Allgemeine und spezielle Pathologie. 156 Tabellen. Thieme, Stuttgart 2001, ISBN 3-13-129684-4.
⢠Juan Rosai, Lauren V. Ackerman: Rosai and Ackerman's Surgical Pathology. 9. Auflage. Mosby, Edinburgh 2004, ISBN 978-0-323-06969-4 (englisch).
⢠Heinrich Schipperges: Historische Konzepte einer Theoretischen Pathologie. Handschriftenstudien zur Medizin des späten Mittelalters und der frßhen Neuzeit (= VerÜffentlichungen aus der Forschungsstelle fßr Theoretische Pathologie der Heidelberger Akademie der Wissenschaften). Springer, Berlin/Heidelberg/New York/Tokyo 1983, ISBN 3-540-12986-3, doi:10.1007/978-3-642-69437-0.
⢠Carl Sternberg: Lehrbuch der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie. Wien 1927.
Weblinks
Commons
: Pathology
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks: Pathologie
â Lern- und Lehrmaterialien
Wiktionary: Pathologie
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Deutsche Gesellschaft fßr Pathologie
⢠Internationale Akademie fßr Pathologie, Deutsche Abteilung
⢠Ăsterreichische Gesellschaft fĂźr Pathologie
⢠Pathowiki
⢠PathoPic (Bilddatenbank)
⢠Virtueller Histologiekurs der Uni Zßrich
⢠The Urbana Atlas of Pathology
Einzelnachweise
cite-note-11. â Heinz Otremba: Rudolf Virchow. BegrĂźnder der Zellularpathologie. Eine Dokumentation. Echter-Verlag, WĂźrzburg 1991, S. 43.
cite-note-22. â Vgl. Ludwig von Buhl, der 1875 schrieb: âEine Anstalt, welche unter gemeinschaftlichem Dach die Arbeitsteilung mit SchĂźlern an pathologisch-anatomischen und histologischen, an chemischen, physikalischen und experimentellen Aufgaben zuläĂt, ist ein Pathologisches Institut.â. Zitiert aus Georg B. Gruber: Hundert Jahre MĂźnchener Medizinische Wochenschrift. In: MĂźnchener Medizinische Wochenschrift. Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. 1â10, hier: S. 4.
cite-note-33. â Vgl. W. D. Foster: A Short History of Clinical Pathology. Edinburgh/London 1961.
cite-note-44. â W. Remmele (Hrsg.): Pathologie. Ein Lehr- und Nachschlagebuch. Band 1, S. 18 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-55. â Axel W. Bauer: Pathologie. In: Enzyklopädie Medizingeschichte. 2005, S. 1112.
cite-note-66. â pers. Mitteilung Wolfgang U. Eckart, Heidelberg
cite-note-77. â Vgl. L. Pales: PalĂŠopathologie et pathologie comparative. Masson, Paris 1930.
cite-note-88. â Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Ăbersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/GĂśttingen/Heidelberg 1960, S. 31.
cite-note-99. â Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Ăbersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/GĂśttingen/Heidelberg 1960, S. 21â22.
cite-note-1010. â Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Ăbersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/GĂśttingen/Heidelberg 1960, S. 28.
cite-note-1111. â Michael Stolberg: Bufalini, Maurizio. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 220.
cite-note-1212. â Barbara I. Tshisuaka: Benivieni, Antonio. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 164 f.
cite-note-1313. â Axel W. Bauer: Die Formierung der Pathologischen Anatomie als naturwissenschaftliche Disziplin und ihre Institutionalisierung an den deutschsprachigen Universitäten im 19. Jahrhundert. In: WĂźrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 10, 1993, S. 315â330.
cite-note-1414. â William E. Horner: A treatise of pathological anatomy. Philadelphia 1829.
cite-note-1515. â Barbara I. Tshisuaka: Horner, William Edmonds. In: Enzyklopädie Medizingeschichte. 2005, S. 617.
cite-note-1616. â Heinz Otremba: Rudolf Virchow. BegrĂźnder der Zellularpathologie. Eine Dokumentation. Echter-Verlag, WĂźrzburg 1991, S. 29.
cite-note-1717. â Hanna K. Probst, Axel W. Bauer: Wegbereiterin und Wegbegleiterin neuer chirurgischer Therapiekonzepte. Die Tumorpathologie in der Frauenheilkunde während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Fachprosaforschung â GrenzĂźberschreitungen. Band 10, 2014, S. 89â110, hier zitiert: S. 89.
cite-note-1818. â Hans-Werner Altmann: Krankheitsnamen als Spiegelbild medizinischer Erkenntnisse. In: WĂźrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 3, 1985, S. 225â241; hier: S. 227 f.
cite-note-1919. â Axel Bauer: Historia magistra â Historia ministra pathologiae? Zur Rolle der Historiographie in der Pathologie: Entwicklungen und Tendenzen. In: WĂźrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 11, 1993, S. 59â76.
cite-note-2020. â Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Ăbersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/GĂśttingen/Heidelberg 1960, S. 36 und 41â42.
cite-note-2121. â Vgl. etwa H. Meessen: Experimentelle Histopathologie. Ein EinfĂźhrungskurs. G. Thieme Verlag, Stuttgart 1952.
cite-note-2222. â Hans H. Lauer: Geschichtliches zur Koronarsklerose. BYK Gulden, Konstanz 1971 (Aus dem Institut fĂźr Geschichte der Medizin der Universität Heidelberg), S. 3.
cite-note-2323. â Robert Schwab: Ăber die Bedeutung des Juliusspitals fĂźr die Entwicklung der Inneren Medizin. In: Das Juliusspital WĂźrzburg in Vergangenheit und Gegenwart: Festschrift aus AnlaĂ der Einweihung der wiederaufgebauten Pfarrkirche des Juliusspitals am 16. Juli 1953. Hrsg. vom Oberpflegeamt des Juliusspitals. WĂźrzburg 1953, S. 14â24, hier: S. 15.
cite-note-2424. â Vgl. etwa Luigi Belloni: Morgagni und die pathologische Anatomie. In: Ciba-Zeitschrift. 11, 1950, S. 4459â4462.
cite-note-2525. â Georg Fischer: Chirurgie vor 100 Jahren. Historische Studie. Verlag von F. C. W. Vogel, Leipzig 1876; Neudruck mit dem Untertitel Historische Studie Ăźber das 18. Jahrhundert aus dem Jahre 1876 und mit einem Vorwort von Rolf Winau: Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1978, ISBN 3-540-08751-6, S. 292.
cite-note-2626. â Georg B. Gruber: Hundert Jahre MĂźnchener Medizinische Wochenschrift. In: MĂźnchener Medizinische Wochenschrift. Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. 1â10, hier: S. 8.
cite-note-2727. â Vgl. auch Carl von Rokitansky: Handbuch der pathologischen Anatomie. 3 Bände. BraunmĂźller & Seidel, Wien 1842â1846.; 3. Auflage ebenda 1855â1861.
cite-note-2828. â Vgl. auch Robert Meyer: Zur Geschichte der Pathologischen Anatomnie. Die Entwicklung der pathologischen Anatomie in Berlin, Frankfurt [âŚ] und WĂźrzburg. Medizinische Dissertation GĂśttingen 1945.
cite-note-2929. â Andreas Mettenleiter: Das Juliusspital in WĂźrzburg. Band III: Medizingeschichte. Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital WĂźrzburg anlässlich der 425jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital WĂźrzburg (Druck: Bonitas-Bauer), WĂźrzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 443, 444 und 446.